Laserbeschriftung und -gravur von Metallteilen — Logos, Texte, Seriennummern und QR-Codes
Derselbe Laser, der ein Teil schneidet, kann es auch dauerhaft beschriften — mit Logo, Text, Seriennummer oder QR-Code. Wir erklären den Unterschied zwischen Schneiden, Gravieren und Markieren, welche Methode zu welchem Werkstoff passt und wie man eine Datei mit einer separaten Gravurebene vorbereitet.
Ein Faserlaser ist nicht nur eine Schneidmaschine. Derselbe Strahl, der ein Blech durchdringt, kann bei geringerer Leistung die Oberfläche nur anrauen oder verfärben — und so ein Logo, einen Text, eine Seriennummer oder einen QR-Code dauerhaft auf das Teil brennen. Die Laserbeschriftung ist berührungslos, nutzt sich nicht ab und hält jahrelang, daher eignet sie sich sowohl für die Rückverfolgbarkeit in der Produktion als auch für das Branding.
Schneiden vs. Gravieren vs. Markieren
Alle drei Vorgänge erledigt dieselbe Maschine; nur die zugeführte Energiemenge unterscheidet sich. Beim Schneiden durchdringt der Strahl das Material vollständig und trennt die Form. Beim Gravieren trägt er eine dünne Materialschicht ab und hinterlässt eine flache Rille mit messbarer Tiefe. Beim Markieren wird kein Material abgetragen — der Strahl erwärmt die Oberfläche nur und verändert ihre Farbe oder Struktur, sodass sie glatt bleibt.
- Schnitt — der Strahl geht ganz hindurch und trennt das Teil vom Blech.
- Gravur — Materialabtrag, es entsteht Tiefe (typischerweise 0,05–0,5 mm).
- Markierung — kein Abtrag, nur eine Farbänderung der Oberfläche, keine Tiefe.
Markierungsarten und der richtige Werkstoff
Das Ergebnis hängt von der Kombination aus Methode und Werkstoff ab. Nicht jede Technik passt zu jeder Oberfläche.
- Anlassen — durch kontrolliertes Erhitzen entsteht auf Edelstahl und Titan eine dunkle, kontrastreiche Markierung, ohne die Oberfläche zu verletzen. Ideal, wo die Korrosionsschutzschicht unversehrt bleiben muss (Medizin, Lebensmittel).
- Ätzen / matte Markierung — flache Anrauung der Oberfläche zu einer hellen, matten Markierung. Funktioniert auf den meisten Metallen einschließlich Aluminium und Stahl; schnell und gut lesbar.
- Tiefengravur — Materialabtrag in die Tiefe für eine Markierung, die auch Abrieb und Strahlen standhält. Geeignet für Typenschilder, Formen und Teile in rauen Umgebungen.
Wofür die Markierung verwendet wird
In der Praxis hat eine dauerhafte Markierung drei Hauptaufgaben, die oft auf einem einzigen Teil kombiniert werden.
- Rückverfolgbarkeit — eine Seriennummer, ein Data Matrix oder ein QR-Code verknüpft das physische Teil mit seiner Produktionscharge, dem Materialzertifikat und der Qualitätsprüfung. Unverzichtbar in der Automobil- und Medizinbranche.
- Branding — ein Logo und Herstellername direkt auf dem Teil wirkt professionell und schützt vor Verwechslung mit einer Fälschung.
- Montagehilfen — Orientierungsmarken, Positionsnummern oder „oben“-Pfeile beschleunigen die Montage und reduzieren Fehler.
Wie man ein Teil für die Gravur konstruiert
Für ein hochwertiges Ergebnis gelten schon in der Konstruktion einige Regeln. Vektorgrafik (Linien, Konturen) eignet sich für Text und Konturlogos, Rastergrafik (gefüllte Flächen, Fotos) für dichte Füllungen und Verläufe — Raster ist jedoch langsamer und teurer. Achten Sie auf Kontrast, Linienbreite und Platzierung.
- Machen Sie Text nicht zu klein — unter ~1,5 mm Höhe ist er oft unleserlich.
- Halten Sie Linien und Abstände breit genug, damit sie nicht verschmelzen.
- Platzieren Sie die Gravur abseits von Biegungen und nicht zu nah an Kanten — beim Biegen verformt sich die Markierung.
- Achten Sie bei QR- und Datencodes auf Kontrast und eine Ruhezone um den Code, sonst liest ihn ein Scanner nicht.
Was in die Datei gehört
Vermischen Sie niemals die Schneidgeometrie und die Gravur in einer Ebene. Erstellen Sie im DXF eine separate Ebene (z. B. ENGRAVE) für alles, was nur markiert werden soll, und belassen Sie die Schneidkontur auf ihrer eigenen Ebene (z. B. CUT). So unterscheidet die Maschine eindeutig, was durchgeschnitten und was nur beschriftet wird. Fügen Sie der Datei eine Notiz mit der gewünschten Methode (Anlassen / Ätzen / Tiefe) und jeder Nummer bei, die variieren soll (Seriennummer).
Fazit
Die Laserbeschriftung verleiht einem Teil eine dauerhafte Identität praktisch ohne Zusatzkosten für einen separaten Arbeitsgang — Sie brauchen nur eine Datei mit den richtigen Ebenen. Wenn Sie sich bei Methode oder Platzierung unsicher sind, kontaktieren Sie uns vor der Auftragserteilung und wir schlagen die optimale Lösung vor.


